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Vom Kopf zurück ins Leben 

Der Tag, an dem mein Verstand kapitulierte


Herkunft und die frühen Probleme

Ich bin als zweites von vier Kindern in den 1960er Jahren geboren. Ich war fantasievoll, neugierig und immer in Bewegung doch damals hatte man zu funktionieren. Meine Jugend wurde zu einem permanenten Kampf gegen ein System, das versuchte, mich anzupassen und klein zu halten. Als Rebellin kämpfte ich um mein Recht, ich selbst zu sein. Dieser endlose Druck nahm mir buchstäblich die Luft zum Atmen. Ich bekam Asthma. Mein Körper drückte aus, was auf anderem Weg kein Gehör fand.

Im Autopilot des Verstandes

Um mich vor weiteren Verletzungen zu schützen, flüchtete ich mich unbewusst in die Welt des Verstandes, der Logik und der Struktur. Dort, im Kopf, war ich sicher. Dieser Strategie blieb ich lange Zeit treu. Ich ließ kaum Gefühle zu, funktionierte im Außen aber perfekt, arbeitete wie verrückt und baute mir ein Leben auf, das rational genau meinen Vorstellungen entsprach.

Die Herausforderung im Studium

Mit Anfang 40 begann ich mein Kunststudium. Die große Krise kam bei einer Aufgabe. Wir sollten ein Selbstporträt malen, ohne unser Gesicht zu zeigen. Während alle um mich herum unbefangen loslegten, blockierte mein Verstand vollkommen. Das Thema war mir zu persönlich. Stundenlang rasten die Gedanken in meinem Kopf wie Pingpongbälle hin und her. Verzweifelt und gelähmt floh ich schließlich aus dem Raum und landete auf der Treppe. Ich steckte metertief fest in einem inneren Kampf.

Der Durchbruch 

Doch genau dort auf der Treppe fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Genau dieser Kampf, Kopf gegen Gefühl, das ist mein Porträt.

Ich ging zurück, nahm den Pinsel und ließ mich zum ersten Mal emotional vollkommen auf die Leinwand ein. Ich malte nicht, was logisch war, sondern wirre Linien, springende Gedanken und pure Emotionen. Seit diesem Tag ist mir klar, dass Malerei so viel mehr ist als Technik. Erst wenn wir uns im Hier und Jetzt emotional ganz auf den Prozess einlassen, entsteht echte Lebendigkeit. Seitdem lebe und male ich aus dem Herzen und genau diese Erfahrung teilen wir jetzt zusammen.